2. Tag 
Vom MACHAME- zum SHIRA CAMP



 

Machame Camp (3.000m) - Shira Camp (3.800m)
Höhenunterschied: 800m       Gehzeit: 5-6 Std.

Es dunkelt. In Eile stellen wir unsere Zelte auf. Etliche Träger sind immer noch unterwegs: Es fehlen die mit den schweren Gasflaschen und wir erahnen, dass es bis zum Nachtessen noch lange dauern wird. Die Machame Hut, eine kleine grüne Blechhütte, wird gleich Anziehungspunkt für die durstigsten Seelen. Leider ist das gute "Kilimanjaro" Bier im Nu vergriffen!  Auch die Träger haben in unserer Nähe ihre bescheidenen Zelte errichtet. In der Küche werden im Finstern Kartoffeln geschält: Was wird denn das für ein Nachtessen werden!? Erst gegen 21.00 Uhr trifft die letzte Trägergruppe ein (um halb sieben ist es am Äquator schon dunkel!) und der Koch hat endlich Licht und Feuer und kann die Kartoffeln überstellen. Gegen 22.00 Uhr wird der "Tisch" gedeckt: ein großes grüngemustertes Tischtuch wird auf dem Boden ausgebreitet, umgeben von 21 kleinen Camping-Hockern. Das Tuch deckt sich langsam mit den feinsten Sachen, und aus den Töpfen steigen wohlriechende Düfte: Zuerst gibt es eine Pilzcremesuppe, dann einen Kartoffel-Karotten Gemüseeintopf und zum Nachtisch Bananen, Kaffee und Tee. Sämtliche Skeptiker sind überrascht, denn alles schmeckt - den Umständen entsprechend - hervorragend! Zufriedene Gesichter erkennt man im Schein der Stirnlampen, wenn auch der eine oder andere -  besonders der Peppi - schon Heimweh hat... Über unsere Zelte funkelt der Sternhimmel Afrikas. Langsam wird es still im Machame Camp, bis wir dann zeitig in der Früh von den ungewohnten Stimmen der Träger geweckt werden. Feucht und kühl ist es. In einer blauen Schüssel wird uns etwas warmes Wasser zum Waschen serviert das für alle ausreichen soll. Auch hier oben, abseits von der Zivilisation, werden wir verwöhnt! Das Frühstück ist hervorragend, kein Vergleich mit den spärlichen Angebot auf vielen Hütten in den Alpen.  Eine gute Nachricht erreicht uns inzwischen im Lager: Das fehlende Gepäck ist glücklicherweise in Moshi eingetroffen und vier Träger sollen es uns nachtragen. In der angenehmen Morgensonne genießen wir noch die Superschau auf den Mont Meru und auf die großen Schnee- und Eisfelder des Kibo, ehe es dann wieder weiter geht. Die Wege werden steiler und alpiner. Links und rechts stehen die hohen Erikazeen Stangen und dazwischen bewundern wir eine reichhaltige und seltsame Gebirgsflora: Strohblümchen und Kilimandscharo-Gladiolen ducken sich vor den Bergschuhen.  Nach einigen Stunden ändert sich wieder das Landschaftsbild und es präsentiert sich die auffällige Steppenheidevegetation des moorigen Hochlandes. Am Steigrand begegnen wir jetzt immer häufiger Senecien und Lobelien, alles Pflanzen, die ganz typisch für die Vegetation zwischen 3500 und 4000 m sind. Die Senecien erreichen eine Höhe von 6-7 Metern und haben eine gewisse Ähnlichkeit mit den Palmen. Die Lobelie wird etwa 5 Meter hoch und ist eine Fettpflanze, die zur Gattung der Glockenblumengewächse gehört. Auf 3800 m betreten wir die Hochsteppe des Shira-Plateaus mit dem außergewöhnlich schönen Zeltplatz wo wir die Nacht verbringen.  Von hier haben wir eine herrliche Sicht auf den Kilimandscharo, auf die weiten Savannen Tansanias, auf den Mount Meru und den Shira-Krater.