1. Tag
Start in Machame und Aufstieg durch den Regenwald


Machame Village (1800m) - Machame Camp (3.000m)  
Höhenunterschied: 1200m         Gehzeit: 5-6 Std.

(10. August) - Nach dem Frühstück sollten wir gleich starten, doch die vier Pechvögel ohne Gepäck müssen noch sämtliche Ausrüstungsgegenstände organisieren - von den Schuhen zu den Sturmmützen, vom Schlafsack zu den Handschuhen. Erst gegen 11 Uhr kommt es zum Start.
Jeder Augenblick ist für uns pures Abenteuer, auch die Fahrt über den nicht asphaltierten Straßen nach Machame, zum Ausgangspunkt des Trails.  Die Gegend durch die wir fahren, ist landschaftlich sehr reizvoll. Maisfelder und Bananenplantagen verraten uns wovon die Menschen hier leben. Ab und zu sieht man auch Kaffeesträucher mit ihren roten Früchten.  Die Straßen sind pulsierende Lebensadern wo neben den Geländewagen jede Menge Fußgänger unterwegs sind: Frauen, die sich trotz schwerer Last auf dem Kopf elegant und gelassen bewegen, Herden von Zwergziegen, die am Straßenrand das staubige Gras abnagen, strahlende Kinder die auch hier ihr sorgloses Kindsein leben... Irgendwann ist die Straße zu Ende: Ein dichter Urwald umringt den Berg und im Nebel tauchen plötzlich die Gestalten der Träger auf, die auf unser Gepäck warten. Die großen Körbe sind gefüllt mit Bananen, Kartoffeln, Getreide und den verschiedensten exotischen Obst- und Gemüsesorten. Wir müssen uns noch einzeln bei den Rangers des Nationalparks eintragen und dann geht es endlich los! Auf schmalen und lehmigen Pfaden steigen wir durch einen sagenhaften, dichten Regenwaldabschnitt mit angenehmer Steigung auf. Die Dschungel-Atmosphäre ist überwältigend: riesige Urwaldbäume mit Lianen und Bartflechten wie im Tarzan-Dschungel, seltsame Pflanzen, der Schrei unbekannter Vögel und Tiere. Manchmal herrscht dann wieder eine tiefe, geheimnisvolle Stille und ein dichter Nebel umhüllt alles und verschlingt die schweigsamen menschlichen Gestalten. Plötzlich hören wir Geräusche aus dem dichten Gebüsch und können eine Familie von schönen Colobusaffen bewundern, die von einem Baumgipfel zum anderen springen. Viele andere exotische Tiere sollen hier abseits des engen Pfades leben: der scheue Leopard, verschiedene Affenarten, Schlangen und Vögel wie der Silberwangen-Hornvogel oder der Turako, Nach langem Marsch durch diesen finsteren und feuchten Wald sehnt man sich wieder nach Licht. Auf etwa 2800 Metern geht der Regenwald dann ziemlich abrupt in die Heidezone über. Schließlich erreichen wir die Erikaregion und bei den Machame-Hütten den wunderschönen Lagerplatz im lichten Wald auf ca. 3.000 m. Es ist fast finster und nebelig, sodass uns der erste Blick zum Kilimandscharo immer noch verborgen bleibt.